fire and flame

Verlag, Seminare und interreligiöser Austausch



Parashas – biblische Wochenlesungen

EINFÜHRUNG

In der Tora, den fünf Büchern Mose, die wichtigsten Bücher des AT (zusammen mit den Propheten)  für die Juden, genauso wie für die Christen in der Bibel, als die Gesamtheit von Altem und Neuen Testament, gibt es sehr viel zu lernen. Es sind nicht nur spannende Geschichten und inhaltsreiche Briefe, sondern es sind sehr viele Schlüssel und Prinzipien in diesen verschiedenen einzelnen Büchern der gesamten Bibel verborgen.

Viel Freude somit bei diesen wöchentlichen Gedanken !!!

Nach Sukkot also im Oktober  beginnt ein neuer Jahreskreislauf der Parashalesung

DIE PARASHAS DES BIBLISCHEN KREISLAUFS 
2022 BIS 2023 FINDEN SIE HIER!
 

oder als Druckausgabe in unseren Buchshop

Neunzehnte Wochenlesung - Terumah "Hebeopfer"

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16.02.2024, 16:32

2.Mose 25,1–27,19; 2.Kor.10-13; Psalm 6+38+51; 2.Kö.1-13; 1.Kö.5,26-6,13; Matthäus 12,46-13,58; Hebräer 8,1-6, 9,1-28+10,1

Das Wort „Terumah“ als Titel dieser Parasha heißt im hebräischen „geben, spenden, einlegen, mitwirken“. Diese Gabe des „Gebens und Mitwirkens“ ist ein sehr wichtiges und sehr großes Ding, weil es generell das...   mehr




Achtzehnte Wochenlesung - Mischpatim "Rechtsordnung"

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12.02.2024, 10:08

2. Mose 21,1-24,18; 2. Könige 12,1-17; Jeremia 34,8-22; and Matthäus 5,38-42; Markus 7,1-23; Apg 23,1-11 and Hebräer 10,28-39. Lukas 7,1-8,3; Kol. 3,1–25

Wir haben über Mischpatim, also Gesetzesordnungen und viele andere Bedeutungen dazu, im letzten Jahr ausführlich gesprochen. Die entsprechende Wortbedeutung und vieles mehr könnt ihr auf der Webseite oder in...   mehr




Siebtzehnte Wochenlesung - Yitro (Jethro)

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02.02.2024, 21:16

2. Mose 18,1–20,3; Jes. 6,1–13,6; 9,5–6; 1.Kö. 12-25; Psalm 66+67+68; 1. Joh. 5,1–11; 2.Kor 1-5; Matthäus 6,1-8,1

Auch zu dieser Woche könnt ihr im Vitamine Buch bereits die vielen Impulse vom letzten Jahr nachlesen. Dieses Jahr wollen wir uns weiter mit dem Verhältnis Mose mit Jitro, dem Ruf Gottes an Mose hinauf auf...   mehr




Sechzehnte Wochenlesung - Beschalach "Als er ziehen ließ"

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26.01.2024, 19:13

2. Mose 13,17-17,16; Richter 4,4–5,13; Lukas 2,22-24; 1.Korinther 10,1-13; Offenbarung 15,1-4. Matthäus 5,1-48; 2. Petr. 1

Schon im letzten Jahr konnten wir einiges über den Pharao, seinen Zorn nachdem die Israeliten geflohen waren, lesen. Immerhin hatte er gerade zehn Plagen durchlaufen, seinen ältesten, also erstgeborenen Sohn...   mehr




Fünfzehnte Wochenlesung - Parasha Bo "Komm"

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22.01.2024, 18:00

Teil 2

Israel ist, im rechtlichen und tatsächlichen Sinn, nicht die erstgeborene Nation in der Welt. Es gab schon lange vorher andere Nationen. Aber diese Nation ist von YHWH ins Leben gerufen worden, damit die...   mehr


18.01.2024, 18:48

2. Mose 10,1 – 13,16; Jeremia 46,13–28; Psalm 58+59+60+61; 2.Sam 21-24; Joh. 19,31-37; 1.Kor 6-10; Offenbarung 9,1–21+ 16,1-21.

Im letzten Parascha oder Wochenlesungskreislauf gab es für die 15te Woche schon viel zu lesen und zu erkennen. Die letzte Woche hatten wir mit einer erstaunlichen Frage abgeschlossen. Es ging um den freien...   mehr




Vierzehnte Wochenlesung - Wa´era "und ich erschien"

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16.01.2024, 19:12

Teil 2

In allem, was wir gelesen haben, lernen wir immer besser, das GOTT sehr genau weiss, was ER an Gaben in uns platziert hat und dass ER unsere Charakterzüge sehr wohl kennt, wie auch die Umstände, in die er uns...   mehr


12.01.2024, 17:16

2. Mose 6,2 – 9,35; ;  Hesekiel 28:25 - 29:21; Psalm 55+56+57; 2.Sam 9-20; 1.Kor 1-5; Offenbarung 15:1–16:20

„Und YHWH redete mit Mose und sprach zu ihm: Ich bin YHWH und ich bin erschienen Abraham, Isaak und Jakob als der mächtige Elohim, aber mit meinem Namen YHWH habe ich ihnen nicht offenbart.“ (2. Mose...   mehr




Dreizehnte Wochenlesung - Shemot

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09.01.2024, 18:01

Teil 2

Holen wir uns in Erinnerung, dass die Nachkommen Jakobs nur insgesamt 70 Personen ausmachten, die gemäß zweiter Mose 1,5 nach Goshem kamen. Josef war ja bereits dort. Aber sie hatten sich so enorm vermehrt,...   mehr


07.01.2024, 16:35

2. Mose 1,1 – 6,1; Psalm 110+111+112; 2.Sam 1-8; ; Jesaja 27,6–28,13, 29,22–23; Jeremia 1,1–2,3 ; Matthäus 22,23-33; Lukas 20,27-44; Hebräer 11,23-26; Römer 12,1–21; 2.Thess + Apg 19;

Diese Wochenlesung Shemot hat einige Besonderheiten. Sie verbindet uns mit den anderen Hauptbestandteilen der Tora, indem sie uns mit den Propheten und dem Neuen Testament verknüpft und uns zurück zum Anfang...   mehr




Zwölfte Wochenlesung - Wajechi "und er lebte"

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02.01.2024, 11:19

Teil 2

Kommen wir jetzt noch mal auf die Vaterrolle und damit zu Jakob zurück. Ein interessanter Satz von ihm, gerade in Bezug auf seinen Tod war, dass er sicher stellen wollte, dass seine Knochen nicht in einem...   mehr


29.12.2023, 18:58

1.Mose 47,28 – 50,26; 1.Thess. … ; Psalm 52+53+54; 1.Sam 21-31; 1 Könige 2,1–12; 1. Pet. 1,3-9; Joh. 10,1–21;

Im der letzten Jahresparaschazyklus, der im Buch „Vitamine für die Woche“ festgehalten ist, lesen wir zu dieser Wochenlesung schon sehr viel Interessantes. Zuletzt wurde erzählt, dass Josef seine Brüder und...   mehr




Elfte Wochenlesung - Vayigash "und er kam nahe/trat heran"

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26.12.2023, 23:15

Teil 2

Wir können also schon erahnen, dass die verschiedenen Geschichten aus dieser Wochenlesung zusammenhängen. Obwohl sie so unterschiedlich scheinen, ergänzen sie sich doch. Wir haben uns im ersten Teil diesmal...   mehr


22.12.2023, 06:43

1. Mose 44,18—47,27; Psalm 116+117+118; 1.Sam. 11-20; Hesekiel 37,15-28; Eph. 2,1–22; Apg. 16-18; Joh. 5,1-47

Diese Wochenlesung zeigt uns wieder einige neue Facetten in der Geschichte Israels und speziell Josefs und seinen Brüdern. Wir lesen darüber, wie Juda aufsteht und seinen kleinen Bruder Benjamin...   mehr




Zehnte Wochenlesung - Mikez " Am Ende"

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19.12.2023, 16:13

Teil2

Bleiben wir weiter bei Josef, dem Vorschatten auf Yeshua, wenn auch mit vielen Parallelen und doch bei weitem nicht gleich. Aber die Tatsache, dass Josef, unerwartet und plötzlich, innerhalb eines Tages...   mehr


14.12.2023, 16:34

1. Mose 41, 1 – 44,17; 4.Mose 28,9 – 15+ 7,42-47 ; 1.Könige 3,15-4,1; Psalm 108+109; 1.Sam 1-10; Sacharja 2,10-4,7; Johannes 1,1-18+ 10,22-28; Lukas 24, 13-29.

Letzten Jahr haben wir für diesen Parashakreislauf schon sehr viel Punkte gefunden. Nachlesen ist empfehlenswert. Also lernen wir, dass das Licht der Torah, der 5 Bücher Mose, vor allem auch in seinen...   mehr




Neunte Wochenlesung - Vayeshev "und er ließ sich nieder/ er lebte/ wohnte"

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12.12.2023, 06:34

Teil 2

Bevor wir nochmals mit Josef weitermachen, einen kurzen Hinweis auf Juda. Juda hatte letztlich das Leben von Josef gerettet. Aber da dieser dann doch in die Sklaverei verkauft war, hat er sein zu Hause...   mehr


07.12.2023, 21:06

1.Mose 37,1–40,23; Amos 2,6–3,8; Psalm 106+107, Ruth 1-4; Apg. 7,9-16; Römer 8,18–39; Jakobus 3-12

Ich empfehle zuerst die Wochenlesung von letztem Jahr zu lesen, weil hier schon einiges ausgeführt ist. Zu finden im Buch „Vitamine fürs Jahr“ (in meinem Verlag), als Voraussetzung für die aktuelle Parasha,...   mehr




Achte Wochenlesung - Vayeslach


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02.12.2023

1. Mose 32,4-36,43; Obadja 1,1-21; Matthäus 2,13-23

In dieser Wochenlesung haben wir vor allem mit zwei grossen Bereichen zu tun.
Die Überquerung des Jakob vom kleinen Fluss Jabokk, um seinem Bruder Esau zu treffen und damit die Begegnung von Jakob und Esau, ihr Verhalten mit den Hintergründen.
Dann noch die Begegnung Jakobs mit dem Engel des HERRN.

Erinnern wir uns an die Ereignisse während der Schwangerschaft dieser Zwillinge. (1. Mose 25,22, 23).
Rebecca hatte enorme Probleme mit der Schwangerschaft, weil der Konkurrenzkampf der Beiden schon im Mutterleib so deutlich war.
Und das ging auch nach der Geburt, durch die Unterschiedlichkeit bei der Charaktere und Temperamente weiter.
Im letzten Jahreskreislauf konnten wir dazu schon einiges lesen.
Diese Woche nun stellt sich eine Art Gnadenfrist/ Atempause zu dem dauerhaften Streit ein.
Ein Moment der Versöhnung.
Leider hat er nicht allzu lange angehalten.
Denn beide waren in sich charaktermässig, nach wie vor noch streitsüchtig/ kriegslustig, ja kriegerisch eingestellt.
Das hat mit den tiefen inneren Wunden, gerade auch bei Zwillingen, zu tun.
Esau war definitiv der Kräftigere, der sich schon im Mutterleib deutlich in eine Siegerposition gebracht hatte.
Das würde bedeuten, dass er schon dort Jakob immer wieder beiseite geschubst hat, aber dieser mit einer besonderen Resilienz, also Widerstandsfähigkeit ausgestattet, dann andere Wege gefunden hatte um Esau zu besiegen.
Dass es dann zum Betrug von Isaak durch Jakob kam, um das Geburtsrecht das Jakob ja ganz offiziell von Esau abgekauft hatte, zum Anlass wurde, dass Esau Jakob wirklich umbringen wollte, nachdem er feststellen musste, welche Vorteile ihm durch sein kurzfristiges Denken entstanden sind, ist bekannt.
Von Esaus Charakter wissen wir schon ein wenig.
Er hat eben prinzipiell nur an das jetzt, und nicht viel an das Morgen und seine Zukunft gedacht.
Er lebte nur zur Stillung seiner Bedürfnisse, d.h. für den Moment.
Übergreifende Zusammenhänge waren nicht seins.
Wie ein kleines Kind wollte er sein Bedürfnis gleich und jetzt gestillt haben, ohne gross nachzudenken, was dabei passieren könnte.
Da war Jakob schon eine ganz andere Hausnummer.
Und sicherlich hatte er den Vorteil des Momentes auszunutzen gewusst.
Es war definitiv ein hinterlistiges Verhalten, das im Charakter des Jakobs schon von der Schwangerschaft an war, den er scheinbar brauchte, um zu überleben.
Um dem Stärkeren, hier Esau, entgegen stehen zu können.
Erst im Laufe seines Lebens hat sich da ganz langsam durch den Schleifprozess des Lebens bei ihm einiges geändert.
Jakob kannte seinen Bruder sehr gut.
Deshalb konnte er die Situation auch ausnutzen, denn Jakob dachte auf alle Fälle an die Zukunft und Gottes Versprechungen, die dieser Isaak, seinem Vater bezüglich des Erbes, das schon Isaak von seinem Vater Abraham bekommen hatte, weitergeben sollte.
Wie im Geschäftsleben auch, war es für Esau deutlicher, dass das Greifbare, das Konkrete, Materielle, Dinghafte an sich sicherer ist, als das Immaterielle, geistige, welches nicht greifbar und fassbar ist.
Das würde im Geistigen bedeuten, dass etwas was physisch, aus Material bestehend zu kaufen ist, einfach fühlbarer ist, als nur irgendein Versprechen eines Visionärs oder Entwicklers.
Dieses Prinzip gilt für uns, für alle Menschen aber wird immer wieder durchbro chen von genau solchen Unternehmern, die an ihren Träumen gearbeitet haben und dadurch auch extrem reich geworden sind.
Dann darf natürlich nicht vergessen werden, dass bis der grosse Durchbruch und der Erfolg kam, hat man häufig genug jede Menge Schiffsbruch hinter sich.
Und Jakob hat diese Zusage und Verheissung für eine unbekannte, nicht greifbare Zukunft sehr ernst genommen.
Er hat dieses Risiko für sich sehr wohl nehmen wollen und dafür etwas Reales, nämlich diesen Teller Suppe an Esau weitergegeben, der mit dem Unfassbaren,
immateriellen nichts anzufangen weiss und wusste.
Und genau diese Situation haben wir heute so oft, wenn es um Verheissungen der Bibel oder prophetische Aussagen für uns selbst geht.
Unabhängig davon, dass gerade bei prophetischen Aussagen auch einiges falsch und nicht wahr ist, weil es von den aussprechenden Personen eher fleischlich, als wirklich vom Heiligen Geist gegeben, ausgesprochen wurde, und daher eher unseren Wünschen, aber nicht unbedingt Gottes Willen entsprach.
Deshalb müssen wir uns unbedingt von all dem sauber lösen, es Gott immer wieder hinhalten, damit wir diesen geistigen, immaterieller Besitz bekommen.

Träume, Visionen und Prophetien als Sprachkanal Gottes sind wichtig und gut, wenn es allerdings aus gereinigten Kanälen kommt.
Von falschen Sachen müssen wir frei werden.
Das Echte und Wahre aber behalten wir.
Hier ist viel Unterscheidung und Gebet notwendig.

Kommen wir noch mal zurück zu Jakob, der in Kapitel 28 vom ersten Mose sein Heimatland Kanaan, mit jeder Menge Angst und Flucht verlassen musste, wegen des Hasses von Esau.
Er rannte von seinem Bruder weg, der gedroht hatte ihn umzubringen.
Nur 20 Jahre später kam er als wohlhabender Mann, mit zwei Frauen, zwölf Söhnen und einer Tochter, als auch grossem Reichtum zurück.
Die Angst vor seinem Bruder Esau hatte ihn jedoch nicht verlassen.
Sie wurde über diese 20 Jahre letztlich überdeckt und beiseitegelegt, aber schon auf dem Weg über den Jabokk kam die Fülle der Angst zurück.
Ein Kreislauf schloss sich, wenn auch die Umstände von Jakob sich positiv verändert hatten.
Aber letztlich Jakob nicht unbedingt.
Zumindest in dem Punkt der Angst, weil dieser nie sauber aufgearbeitet wurde.
Das zeigt auch sein Verhalten Esau gegenüber, indem er ihm ein Teil seines Reichtums als Gnadengabe vorausschickte, wie er sich dann, also auch heute noch fühlte. Während Esau eigentlich, auch reich geworden, seinen Bruder mit Freude entgegen ging.
Aber Jakob misstraute der ganzen Geschichte und eigentlich misstraute er auch Gott, dass es hier zu einer tieferen Versöhnung kommen konnte.
Er hatte weiterhin nur auf das Äussere der Umstände und seinen inneren Zustand geschaut.
Auch hier müssen wir uns immer wieder fragen, wo wir selber in zerbrochenen Beziehungen, wenn es um Vergebung und Versöhnung geht, nur mit äussersten Vorbehalten hier vorangehen. Wenn überhaupt.
Wir vertrauen Gott nicht, dass er in der Lage ist, auch bei dem Gegenüber etwas zu tun.
Aber das ganze Prinzip der Ablehnung, die Ablehnung erzeugt, ist bei Misstrauen genauso. Misstrauen erzeugt Misstrauen.
Vielleicht mit Zeitverzögerung, aber der geistige Aspekt dahinter ist sehr wohl greifbar.
Es wurde wieder deutlich, dass der damalige Geschäftsvertrag zwischen Esau und Jakob nicht als fair und gerecht, zumindest von seinem Bruder und wahrscheinlich auch manch anderem gehalten wurde.
Obwohl es in sich legal war, würden doch viele sagen, dass man den Eigenvorteil aus der Not und der Schwachheit einer Person, in einem bestimmten Moment, auszunutzen, nicht richtig ist.
Geschäftsleute, die hier die Notlagen von Menschen, wie auch im Dritten Reich mit dem Ausverkauf und Vermögen der Juden im Holocaust, ihre Schnäppchen gemacht haben, sind heute genauso zu finden.
Dieser Geist ist weit stärker in unser verankert, wie wir uns das vorstellen können und wir müssen unbedingt davon loskommen.
Es ist ein schmaler Weg, der nur durch den Heiligen Geist, in einem sauberen Rat, ob man etwas tun oder lassen sollte, gegangen werden kann.
Bei Esau war ein Grundbedürfnis gestört. Er hatte Hunger.
Es ging für ihn für den Moment ums Überleben.
Das ist zwar lächerlich, aber ihm kam es so vor.
Wenn Grundbedürfnisse nicht gestillt werden, kann das Menschen zu den absurdesten Gedanken und falschen Schlüssen und damit auch falschen Aktionen führen. Der Misston, die Zwietracht, die Uneinigkeit des Zerwürfnisses, der Missklang im Verhältnis zwischen Esau und Jakob, weil Eau eben dachte, dass er durch seinen Bruder übervorteilt und betrogen worden war, hat 20 Jahre das Verhältnis zwischen beiden betrübt.
Daran ändert auch wenig, wenn man sich gelegentlich bei Familienfesten oder Beerdigungen trifft und mal kurz etwas Austausch hat.
Man braucht tiefe innere Heilung und ein echtes Überwinden von solchen Erfahrungen.
Dieses Misstrauen und dieser Unfrieden, gerade im geschwisterlichen oder partnerschaftlichen Beziehungen, die durch das Ausnutzen von Schwäche entstehen und entstanden sind, können dich dein Leben lang in Bitterkeit halten.
Und um wie viel schlimmer ist es, wenn ein eigenes Elternteil, wie ein Vater oder eine Mutter dann geholfen hatten, den Betrug an dir selbst noch zu unterstützen und auszuführen.
Im ganz grossen Stil haben wir diese Spaltung, und dieses Misstrauen mit einer tiefen Wunde nach wie vor, zwischen der jüdischen Nation und in arabischen Nationen als Nachfahren der Söhne Jakobs, und bei den Arabern als Söhne Esaus und Ismaels.
Bisher hat es einfach noch keinen sauberen Weg der Versöhnung und Wiederherstellung einer wahren, brüderlichen Beziehung zwischen ihnen gegeben.
Für viele erscheint es unmöglich und kann gar nicht geschehen.
Aber Gott ist es möglich.
Bei unserem privaten familiären Hintergrund wie auch bei grossen Nationen.
So etwas ist möglich, wenn wir aus dieser Lektion der Torah einiges lernen.

Betrachten wir noch mal die Überquerung Jakobs, als er den Jabokk oder Jordan Fluss mit seiner Familie überquerte.
Wir haben letztes Jahr dazu schon was gelesen.
Jakob hat sich auf das Schlimmste vorbereitet und Vorsichtsmassnahmen getroffen um möglichst jedes Szenario abdecken zu können.
Er betete und erinnerte sich selbst, wie auch Gott an die wunderbaren Verheissungen und Prophetien, die er selbst auch bekommen hatte.
Das hat ihn enorm ermutigt und gab ihm Stärke.
Und genau daran sollten wir auch immer wieder denken.
Gottes Verheissungen an uns, seine Kinder und oftmals auch persönliche Verheissungen und Prophetien.
Sie sollen die Quelle unserer Stärke, unseres Mutes und der Hoffnung sein, auf die wir auch vertrauen können.
Gott ist und bleibt eine sichere gute Quelle und Burg und ist und bleibt vertrauenswürdig. (Erster Mose 32.9 bis 12).
Eine Vorsichtsmassnahme Jakobs war ja seinen Reisezug in zwei Hälften zu teilen, um sein Risiko zu minimieren, im Fall, dass er doch hinterlistig angegriffen worden wäre.
Dass er damit nicht allzu weise Lea gegenüber handelte haben wir schon gelesen. Manche Ausleger denken daher, dass diese Vorsichtsmassnahme eher Weisheit und Strategie war, als Misstrauen gegenüber Gott und seinen Verheissungen.
Mit den zugesandten Geschenken sollte Frieden und der Wunsch nach Versöhnung ausgedrückt werden.
Damit hat er aber auch anerkannt, dass es einige Unregelmässigkeiten und Schwierigkeiten in ihren früheren Beziehungen gab.
Er hatte damit auf seinen Respekt und seine Anerkennung, sein Verständnis und Wertschätzung für seinen Bruder ausdrücken wollen.
Eine solches Verhalten ist gerade als friedliche Geschäftsbeziehung im Mittleren Osten bis heute üblich.
Man nennt das «Sulcha», die versöhnungs- und friedensstiftenden Erfahrungen.
Der gewünschte Effekt bei Esau trat auch ein.
Esau rannte Jakob förmlich entgegen.
Durch diese Geste, Esau sein Innerstes, sein Bestes vorzustellen, nämlich seine Familie, hatte Jakob auch ein friedvolles Vertrauen zwischen den ursprünglichen, eigentlichen Feinden, aufbauen wollen.
Er hat sich verletzlich gemacht.
Auch heute noch gibt es gerade in Familien extrem viel Zerwürfnis, Streit, Hader, und einiges mehr.
Aber Blut ist Blut und Wiederherstellung, Versöhnung und Frieden zwischen Geschwistern, ist dem Herrn selbst auch ein grosses Bedürfnis und von grosser Bedeutung.
Es ist nicht unmöglich, auch wenn es so scheint.
Aber oftmals müssen wir über unseren eigenen Zorn, Wut, Misstrauen, Hilflosigkeit und anderes hinwegkommen.
Unser Stolz steht uns sehr oft hier im Wege, wenn Konflikte bereinigt werden sollten und auch können.
Wenn Konflikte so bitter und so lang waren und solange im Unterbewusstsein schwelen konnten, ist es schwierig, aber nicht unmöglich.
Mit Gottes Hilfe können wir hier sogar weit mehr erreichen, wie wir selbst als Menschen es für möglich halten.
Damals war das allerdings leider nur von sehr kurzer Dauer und die nächste n Generation von Jakob und Esau sind wieder in den alten Streit zurückgefallen, weil die Blutlinien von ihnen nicht wirklich gereinigt worden waren.
Der Dämon der Spaltung und es Zerwürfnisse kam wieder.
So schlimm sogar, dass Gott selbst beschlossen hatte die Nachkommen Esaus auszurotten.
Das hat mit ihrem Verhalten in den nächsten Generationen zu tun.
Das Buch Obadja in der Bibel spricht davon.

Jetzt noch zu dem Ereignis, als Jakob den fremden Mann traf.
Vorab hatte er zuerst Lea und dann Rahel geholfen, den Jabokkfluss zu überqueren. Er ging als letztes. War allein.
Es entstand ein langes Ringen, das erst im Morgengrauen beendet wurde.
Diese ganze Begegnung ist sehr geheimnisvoll.
Jakob hat zwar gewonnen und wir nehmen auch immer an, dass er mit dem Engel des Herrn gekämpft hatte, weil es so geschrieben steht.
Aber warum? (Erster Mose 32,24 bis 27).
Dieses Ringen, dieser Kampf stellt eine Symbolik zwischen dem Menschen, also auch der Menschheit, symbolisiert durch Jakob und der himmlischen Welt dargestellt durch den Engel, dar.
Die Folge davon war der Sieg Jakobs und die Änderung des Namens bei dem Wasser des Jabokkflusses, von Jakob in Israel.
Das war geschehen, direkt bevor er diesen «Jordan» überqueren konnte und dann das Treffen mit Esau geschah.
In diesem Kampf, der einem Todeskampf oder Machtkampf ähnelt, en und sehr schmerzhaft und sehr hart war, erinnert auch an Mose, der mit Gott rang, als es um seine Beschneidung ging.
Auch Mose wäre beinah deshalb d.h. mangels Beschneidung umgekommen.
Jetzt haben wir das gleiche bei Jakob.
Der Kampf und die damit verbundenen Anstrengungen waren nicht vorherzusehen.
Es kam eigentlich überraschend.
Jakob überlebte und hatte sogar Erfolg.
Über diese Begegnung wurde einiges geschrieben.
Tatsache war aber, dass aus all dem ablesbar ist, dass der junge Jakob jetzt erwachsen geworden ist.
Sich nicht mehr so leicht hat schlagen lassen. Er ist dem Kampf nicht ausgewichen und hat nicht so leicht aufgegeben oder ist geflohen.
Er wollte ja den Engel nicht gehen lassen, ohne dass er zumindest einen Segen bekommen hätte und der Engel segnete ihn, erlaubte ihm auch seine Reise in das verheissene Land fortzusetzen, welches ja von Gott an Abraham und Isaak zugesagt worden war.
Durch die frühere Ausführung der Bibel wissen wir, dass Jakob vom Prinzip her ein Philosoph, ein Denker war und nicht unbedingt ein Kämpfer.
Aber um seine späteren Aufgaben im Leben erfüllen zu können, musste er hier einiges lernen.
Esau war von Anfang an das Gegenteil.
Aber nie ein Denker, der sich mit geistigen Dingen auseinandersetzte.
Und das, obwohl sie wie gesagt Zwillinge waren.
Vom Prinzip her war also Jakob immer derjenige, der alles militärische, kriegerische, physische in den Auseinandersetzungen mit seinem Bruder vermieden hatte. Machen wir uns auch noch mal klar, dass das Gebiet, in dem er Esau traf tatsächlich auf der anderen Seite des Jordans traf, eher im Landesbereich Edom von Esau war. Zumindest an der nördlichen Seite des Toten Meeres und damit noch Landgebiet Esaus.
Dieser Kampf zwischen Jakob, Esau und seinen Nachkommen ist auch noch heute so deutlich zu sehen.
Der Kampf den wir gerade mit den aktuellen Ereignissen im Gaza Streifen erkennen müssen.
Damit ist diese Wochenlesung von sehr grosser Bedeutung für heute.
Die Demut und das sich demütigen Jakobs vor Esau, in dem er weise, vorausschauende, strategische Schritte unternahm, weil er wieder sehr deutlich vor Augen hatte, dass Esau doch sein Bruder war, waren strategisch und taktisch klug.
Jakob war sich darüber klar, dass der tiefe Hass, durch den Wortfluch und die Drohungen Esaus, aus seinem innersten tiefen Herzen, zumindest noch dort unten verankert sein müssten.
Und so sehen wir auch, nach wie vor, den tiefen Hass der arabischen Nationen heute gegenüber Israel.
Obwohl sogar viele Araber sehr friedlich innerhalb der Grenzen Israels wohnen, gibt es nach wie vor diese Feindschaft.
Jakob sucht eigentlich den Frieden mit seiner demütigen Geste von Geschenken, die er dem Esau schickt. (Erster Mose 32,6 + 7).
Dadurch war er überhaupt erst in der Lage und hatte die Zurüstungszeit überstanden um tatsächlich ein Mann geworden zu sein, dessen Absicht war, weiterhin die abrahamitischen Verheissungen Gottes würdevoll in die nächsten Generation bis zum Ende der Erdenzeit tragen zu können.
Dann soll es ja zu einem neuen Himmel und einer neuen Erde kommen.
Aber ich fordere wirklich jeden auf, sich hier auch noch mal eigene Gedanken zu machen und mit Gott darüber zu beten.
Nicht nur wegen Israel, sondern evtl. auch wegen der Schwierigkeiten in der eigenen Familie, in sich selbst.
Wo stehe ich heute, in deinen Augen HERR?
Kindergarten, Jugend oder doch schon im (jungen) Erwachsenenalter DEINER Entwicklungserwartung meiner Person.



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Siebte Wochenlesung - Vayera "und er zog aus"

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28.11.2023, 10:41

Teil 2

In Teil 2 werden wir uns erneut mit der Kraft von Träumen beschäftigen. Über die Jakobsleiter haben wir ja schon etwas lesen können. Wenn Gott Träume nutzt, um uns Nachrichten zu übermitteln, gibt es...   mehr


24.11.2023, 15:22

Wajeze „Und er zog aus“: 1.Mose 28,10 – 32,3; Apg. 6-10; Psalm 119,1-88; Richter 1-9¸ Hosea 12,13 – 14,10; Psalm 119,1-88; Johannes 1,43-51; Epheser 4,1–32

Schon im letzten Jahr konnten wir in dieser Wochenlesung einiges über Jakob erfahren, der mit Josef zusammen, die Hauptperson in dieser Parascha sind. Jakob wird während seines Lebens von einem sehr unreifen...   mehr




Sechste Wochenlesung - Toldot "Generationen/Geschlechter"

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22.11.2023, 17:27

Teil 2

Weil wir uns nun schon mit einigen Ehen beschäftigt haben, machen wir diesbezüglich auch eine Art Abschluss und gehen erst im nächsten Kreislauf wieder auf die (dienende) Verwalterschaft ein. Ehe und der...   mehr


19.11.2023, 10:50

1.Mose 25,19 – 28,9; Josua 13-24; Maleachi 1,1–2,7; Römer 9,6–29; Hebräer 12,14-17; Psalm 1+2+5; Apg. 1-5;

Toldot, Geschlechter oder auch Generationen. Ein ganz wichtiges Prinzip Gottes. ER nennt sich bewusst und bestimmt: „der Gott Abraham, Isaaks und Jakobs“, also der Gott der drei Generationen. Wir haben in...   mehr




Fünfte Wochenlesung - Chaje Sara "Das Leben Saras"

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17.11.2023, 07:21

Teil 2

Im zweiten Teil möchte ich noch mehr auf die Aussage Abrahams, dass er ein Fremder in diesem Land wäre, eingehen. Denn es betrifft auch uns. Wir sind ja auch NICHT von dieser Erde, sondern leben nur AUF dieser...   mehr


11.11.2023, 17:00

1.Mose 23,1 – 25,18; Psalm 22+40+41; Josua 1-12; 1 Könige 1:1–31; 1.Petrus 3:1–7; Matthäus 8:19-22; Lukas 9:57-62 + 21-24.

In dieser Wochenlesung geht es um das Leben Sarahs, „Chaje Sarah“. Wir haben letztes Jahr schon einiges, speziell über Sarah, lesen dürfen. Es startet mit 1. Mose 23.1 … “und das Leben von Sarah…“ Aber auch...   mehr




Vierte Wochenlesung - Wajera "...und es erschien"

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07.11.2023, 19:53

Teil 2

Kommen wir nun zu den Frauen in dieser Wochenlesung. Wir haben Sarah und Hagar. Nehmen wir als erstes Sarah. Die persönliche und psychologische Betrachtung des Lebens von Sarah und dem auf der...   mehr


05.11.2023, 11:53

1. Mose 18,1 – 22,24; 2 Kings 4:1–37; 2 Peter 2:4-10; Psalm 113+114+115 Hiob 32-42; Lukas 1:26–38, 24:36–53 + 16-20; 2 Peter 2:4-10; Hebrews 6:13-20

Wie im letzten Jahresparaschakreislauf haben wir vertiefend über das Leben Abrahams gesprochen. Tatsächlich sind in diesem Wochenlesekreislauf wieder Abraham, Lot, Sarah und Hagar die Hauptpersonen. Von allen...   mehr




Dritte Wochenlesung - Lech Lecha "Geh hin-Geh für dich"

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28.10.2023, 13:43

1.Mose 12,1–17,27; Jesaja 40,27–41,16; Johannes 8,51-58; Kolosser 2,11-15; Hebräer 7,1-19; 11,8-12; Matthäus 1,1–17

Über den Mann Abraham, um den es hauptsächlich in dieser Wochenlesung geht, gibt es sehr viel zu sagen. Schon in der letzten Jahresreise haben wir uns auch mit seiner Ehe und seinem Verrat an Sarah und dessen...   mehr




Zweite Wochenlesung - Noach "Noah/Ruhe"

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23.10.2023, 09:22

. Mose 6:9–11:32; Psalm 104+105; Hiob 11-21Isaiah 54:1–55:5+ 66,1-24; Lukas 1:5–10+ 17,20—27

In dieser zweiten Wochenlesung haben wir es mit Noah zu tun. “Dies ist die Geschichte von Noahs Geschlecht. Noah war ein frommer Mann und ohne Tadel zu seinen Zeiten; er wandelte mit Gott. (1. Mose 6:9) Eine...   mehr




Bereshit - "Im Anfang"

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18.10.2023, 09:51

Teil 2

In der Zusammenfassung haben wir es in dieser ersten Woche der Jahreskreislauf-Paraschalesung auch mit der Verwalterschaft oder mit der dienenden Leidenschaft zu tun. Immerhin hatte der erste Adam diese...   mehr


16.10.2023, 17:47

1. Mose 1,1-6,8 Jesaja 42,5-43,10; Matthäus 1:1-17; Offenbarung 1:1-5; 22:1-21 Johannes 1,1-17

Wir beginnen einen neuen Lesekreislauf für 2024/25 oder 5784 im Hebräischen.
Jedes Parascha- oder Lesejahr beginnt mit dem ersten Buch Mose oder Genesis, Kapitel 1 „Bereshit“.
Wir werden dieses Mal ein...

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